Die Außerordentliche Mitgliederversammlung des FCL am 25. April 1997


Brenner ist FCL-Vorsitzender

Außerordentliche Mitgliederversammlung wählte neue Führung

 

Von Horst von Weitershausen

(how). Mit dem Leitspruch „Wir unternehmen Fußball“ tritt die neue Vorstandschaft des FC Lauingen an, um den Verein aus seinem „führungslosen Zustand“ in bessere Zeiten zu geleiten. Nach dem Eklat Ende Februar, als bei der Mitgliederversammlung die gesamte Führungsriege zurücktrat (DZ berichtete), war es notwendig geworden, für vergangenen Freitag eine Außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen, um dem Verein mit seinen 720 Mitgliedern eine neue Führungsmannschaft zu geben.

 

Seit 27. März war zwar Roland Brenner seitens des Amtsgerichts Dillingen als kommissarischer Notvorstand bestellt, doch für die Weichenstellung der Zukunft musste der FCL auch in seiner Verwaltung wieder Normalität erlangen. Roland Brenner stellte sich mit seiner Führungsmannschaft dem Votum der Mitglieder und hatte durchschlagenden Erfolg. Mit eindeutigen Mehrheiten wurden die Wahlvorschläge der Notvorstandschaft in schriftlicher Abstimmung bestätigt.

 

Gewählt wurden: 1. Vorsitzender Roland Brenner, Stellvertreter Karl-Heinz Köck, 1. Kassierer Franz Shimmels und 2. Kassierer Rudolf Dinkel. Schriftführer des Vereins ist Hans Domberger, gewählt bei der letzten Versammlung, im Amt belassen.

 

In seiner Dankesrede betonte Brenner, dass sich die neue Vorstandschaft zum Ziel gesetzt habe, die veralteten Strukturen des Vereins aufzubrechen, um an neue wirtschaftliche und sportliche Ufer zu gelangen. Hauptaufgabe sei es, dem FC Lauingen eine gesunde finanzielle Basis zu geben, um das angestrebte Ziel „Bezirksoberliga“ zu erreichen. Hier seien die Mitglieder gefordert, nicht nur sportliche Erfolge zu erwarten, sondern den Verein auch aktiv zu unterstützen.

 

Die Beiträge, an deren Erhöhung sich letztlich die Geister schieden, müssen den Erfordernissen angepasst werden und den Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung Rechnung tragen. Diese verlange von Vereinen, um sie als zuschußwürdig zu bezeichnen, einen Mindestbeitrag von 72 Mark per anno für Vollmitglieder. Mit Mehrheit wurde diese Beitragserhöhung durch die 85 Anwesenden abgesegnet. Weiter wurde der Familientarif von 100 auf 110 Mark erhöht.

 

Verstärkung gesucht

 

Zum Abschluß dankte Roland Brenner jenen Mitgliedern, an der Spitze Karl-Heinz Köck, die den Verein in der führungslosen Zeit ohne „Wenn und Aber“ am Leben erhielten. Im sportlich-organisatorischen Bereich werde alles getan, so Brenner weiter, um Verstärkung für die erste Mannschaft zu erhalten. Die Jugendabteilung mit ihren zwölf Mannschaften sei dank der Verantwortlichen ohne Schaden durch den „Sturm der vergangenen Ereignisse“ gekommen.

 


Jahreshauptversammlung des FCL am 28.02.1997


Winkler zog Konsequenz und legt sein Amt nieder

FCL-Jahresversammlung: Jugendtrainer hatten Rücktritt erklärt

 

Von Günther Hödl

(gül). Spannend, wie von Insidern erwartet, verlief am Freitagabend die Jahreshauptversammlung des FC Lauingen. Nach dem Rücktritt der gesamten Jugendabteilung und dem Kassenbericht nahm Vorsitzender Gerhard Winkler die geäußerte Kritik an seiner Amtsführung zum Anlaß, den Rücktritt zu erklären.

 

Nachdem es in den letzten Wochen und Monaten im Verein immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten gekommen war, fanden sich knapp 100 Mitglieder zur Versammlung in der „Auwaldgaststätte“ ein. Vorsitzender Gerhard Winkler begrüßte die Anwesenden und nahm die Ehrung langjähriger FCL-Mitglieder vor:

 

40 Jahre dabei sind: Fritz Berkmüller, Kuno Joekel, Werner Klug, Alfred Vogginger, Karl-Heinz Wittmann;

25 Jahre: Leonhard Griener, Erwin Hattler, Josef Hattler, Klaus Hoffmann, Josef Hönl, Reinhold Hussak, Albert Kaiser, Peter Langhans, Fritz Manz, Dieter Mehling, Helmut Santl, Manfred Stehle, Kurt Suchan.

 

Enttäuschung ausgedrückt

 

In seinem Jahresbericht dankte Winkler zunächst seinen Mitarbeitern, den Sponsoren und dem „Club Pro 2000“. Dann ging er auf die Rücktritte der letzten Zeit ein und stellte fest, dass diese für ihn nicht nachvollziehbar seien. Er verlas die Briefe der ehemaligen Vorstandsmitglieder Hans Anderl (Sportlicher Bereich) und Karl-Heinz Köck (Jugendabteilung), die darin ihre Enttäuschung über die „mangelnde Zusammenarbeit“ mit Winkler ausdrückten und ihre Rücktritte erklärt hatten. Die Sportplatzerweiterung sowie die Sanierung des Clubheims waren weitere Punkte im Winkler-Bericht.

 

„Gestörtes Vertrauensverhältnis“

 

Für den beruflich verhinderten Wilhelm Ertle trug Gerhard Winkler auch den Bericht der Arbeitsgruppe „Sportlicher Bereich“ vor. Er erwähnte den A-Klassen-Titel der „Ersten“, den aktuellen vierten Bezirksliga-Rang sowie Timo Böcks zweiten Platz in der Torjäger-Liste. Für die AH-Abteilung sprach Albert Kaiser, für die Jugendabteilung Wilhelm Bahner. 170 Jugendliche in zwölf Teams, 45 Trainer und Betreuer bilden die größte Fußball-Nachwuchssparte im Landkreis. Bahner trat daraufhin als Verantwortlicher für die E- und F-Jugend zurück. Er begründete diesen Schritt mit dem „gestörten Vertrauensverhältnis zu Winkler“ sowie dessen „nicht zu akzeptierendem Führungsstil“.

 

In der Folge meldeten sich alle Jugendtrainer zu Wort und erklärten fast ausnahmslos ihre sofortigen Rücktritte. Als Konsequenz war damit der gesamte Jugendtrainings- und Spielbetrieb nicht mehr funktionsfähig.

 

Weil der Verein zur Zeit keinen Hauptkassierer hat, berichtete Gerhard Winkler über die Finanzen. Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen. Kassenprüfer Albert Kaiser bestätigte die sachliche Richtigkeit der Prüfung, forderte aber, dass Kassierer und Haushaltsplan her, die Ausgaben-„Handbremse“ gezogen, und der FCL wie ein kleines Unternehmen geführt werden müsse. Bahner beantragte, die Vorstandschaft nicht zu entlasten. Winkler meinte, dass dies gar nicht erforderlich sei. Es gehe nur um die Entlastung der Kassenführung.

 

Lebhafte Diskussion

 

Schon nach den Rücktritten der Jugendabteilung waren Diskussion und Wortmeldungen immer lebhafter geworden. Dies spitzte sich nun zu. Die teils heftig geäußerten Meinungen gipfelten in der Feststellung des 1. Vorsitzenden Gerhard Winkler, wenn es denn an seiner Person läge, sei er bereit „den Koffer zu nehmen“. Damit hatte er sein Amt niedergelegt. Winkler beendete die Versammlung und wünschte dem Verein für die Zukunft alles Gute. Die Tagesordnungspunkte „Beitragsanpassung“ und „Anträge“ wurden nicht mehr behandelt. Die Vorstandsmitglieder Fritz Manz, Michael Sing und Roland Rickauer traten ebenfalls zurück.

 

Ziel „Neuwahlen“

 

Um die Lage zu klären, bat Wilhelm Bahner um eine kurze Pause, in der sich die Mitglieder der Jugendabteilung besprachen. Bahner vermeldete dann, dass - nach dem Rücktritt Winklers – die Jugendtrainer zur Weiterarbeit bereit seien. Nächstes Ziel sei nun die Einberufung einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung mit dem Tagespunkt „Neuwahlen“.